Nierensteinerkrankungen

In Deutschland (und allen anderen westlichen Industrienationen) sind etwa 5% der Erwachsenen mindestens einmal in ihrem Leben von Nierensteinen betroffen. Mit jedem Steinereignis verdoppelt sich das Risiko einen weiteren Stein zu bekommen. Solange Steine in der Niere sind machen sie in der Regel keine Beschwerden. Fallen sie jedoch in den Harnleiter verursachen sie eine äußerst schmerzhafte Nierenkolik.

75% der Nierensteine bestehen aus Calciumoxalat, 10% aus Magnesium-Ammoniumphosphat, 5% aus Harnsäure, 5% aus Kalziummphosphat und 1% aus Zystin.

Kleine Harnleitersteine gehen in 80% spontan ab, ab einer Steingröße von 3-4mm steigt jedoch das Risiko, dass ein Stein im Harnleiter stecken bleibt, langanhaltende Schmerzen verursacht, durch eine Behinderung des Urinabflusses zu einer Harnstauung- oder schlimmstenfalls zu einer lebensbedrohlichen Niereninfektion (Urosepsis) führt. In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie, wird deshalb eine Behandlung, auch von asymptomatischen Steinen dieser Größe, empfohlen.

Was tun gegen Harnsteine.pdf

Behandlung

Diese richtet sich nach der Größe und Lage der Nierensteine. Bei kleinen Steinen bis 5mm kann eine ambulante Stoßwellentherapie (ESWL) unter Verabreichung von Schmerzmitteln durchgeführt werden. Das Verfahren beruht auf einer Zertrümmerung der Steine durch Druckwellen (sog. Stosswelle). Diese werden in einer Energiewelle ausßerhalb des Körpers erzeugt und mittels Röntgen- und Ultraschallkontrolle auf den Stein eingestellt. Die Stosswelle erzeugt durch plötzliche Zug- und Scherkräfte eine Zertrümmerung des Steins. Die Bruchstücke können auf natürlichem Weg mit dem Urin ausgeschieden werden. Das umliegende Nierengewebe bleibt aufgrund seiner Elastizität in der Regel unbeschädigt.

Steinmetaphylaxe (Vorbeugung von Nierensteinen)

Diureseerhöhung "Trinkprophylaxe": Flüssigkeitszufuhr 2,5-3L/Tag, regelmäßig über den Tag verteilt Trinken, harnneutrale Getränke (Mineral- oder stilles Wasser, ungesüßter Tee, kein Schwarztee.

Ernährung: ausgewogen, ballastoffreich, vegetabil (Gemüse, Salat, Obst), Calciumzufuhr 1000-1200mg/Tag, Eiweißzufuhr 0,8-1,0g/kgKG/Tag.

Normalisierung allgemeiner Risikofaktoren: BMI (BodyMassIndex) zwischen 18-25kg/m2 (Richtwert für Erwachsene), Stressbegrenzung, adäquate körperliche Bewegung, Ausgleich hoher Flüssigkeitsverluste.